UteBales b

Aktuelles

 

BalesFFM

Foto: Rhein-Mosel-Verlag, Frankfurter Buchmesse 2015

 

Die Welt zerschlagen
Der neue Roman von Ute Bales widmet sich dem Leben der Kölner Dada-Künstlerin Angelika Hoerle

Der Roman »Die Welt zerschlagen« spielt in einer Zeit großer Umbrüche. Hintergrund sind die aufgewühlten Jahre vor und nach dem Ersten Weltkrieg.
1899, in Köln als Tochter eines Möbelschreiners geboren, gehört Angelika zur letzten Generation von Kindern im Kaiserreich, die behütet aufwachsen. Zusammen mit der Mutter spielt sie Klavier; mit der Schwester entwirft sie Kleider und Hüte. Unterstützt von ihrem Bruder Willy wird das Zeichnen immer wichtiger und sie träumt davon, eine Künstlerin zu werden.
Angelika ist 15, als der Kaiser zum Krieg aufruft und Tausende von Soldaten in den Tod schickt. Während des Krieges verliebt sie sich in Heinrich Hoerle, einen Bohémien und Maler der Kölner Kunstszene. Er wird eingezogen, ebenso wie die Brüder. Angelika erfährt eine Zeit voller Angst und Warten.  
Nach dem Krieg und der Rückkehr der Männer – einer der Brüder kehrt schwer traumatisiert nach Hause zurück – erlebt sie die Novemberrevolution und den Zusammenbruch des Kaiserreichs. Der Krieg, die schwere Verwundung des Bruders sowie die Vorstellung, eine neue und bessere Welt zu kreieren, führen dazu, dass sie sich auf die Seite der revolutionären Künstler stellt. Mit 19 Jahren heiratet sie Heinrich. Der Vater weist ihr die Tür. »Ich habe keine Tochter mehr!«
Die Wohnung in Köln-Lindenthal, die Angelika mit Heinrich bezieht, entwickelt sich schnell zu einem Künstlertreff. Trotz Hunger und Kälte wird intensiv gemalt und Karneval gefeiert, es werden turbulente Dada-Aktionen geplant und progressive Zeitschriften herausgegeben. Es ist ein lauter Protest gegen den Irrsinn des Krieges, eine Rebellion gegen die Politik, die Enge der bürgerlichen Gesellschaft und den Fortschrittswahn jener Jahre. In der Gesellschaft und ihrer Führung sehen sie das eigentliche Übel, das den Krieg provoziert hat. In ihren Bildern spiegelt sich der totale Bruch mit der Vergangenheit und allen konservativen Auffassungen in Kunst, Musik und Literatur. Der Klappentext des Romans verweist auf das, wovon die Künstler in Angelikas Umkreis erfüllt sind: »Alles, was du siehst, gehört zerschlagen. Ja, die Welt zerschlagen. Das müsste man.« 
Angelika zeichnet groteske Figuren, gesichtslose Portraits, versehrte und deformierte Körper. Für kurze Zeit gehört sie zum Kreis um Max Ernst, Hans Arp, Johannes Theodor Baargeld. Dann wendet sie sich der eher politisch engagierten Kunst zu, setzt sich mit den Malern Franz Seiwert sowie Marta und Anton Räderscheidt für die Arbeiterklasse ein, sucht und entwickelt völlig neue, künstlerische Ausdrucksformen, mit denen sie sich bald einen Namen macht. Leider bleibt ihr nur wenig Zeit, ihre Kunst auszubilden. Eine Tuberkulose-Erkrankung bringt das Ende ihrer Karriere. Aus Angst vor Ansteckung trennt Heinrich sich von ihr und überlässt sie ihrem Schicksal. Als kranke und mittellose Frau muss sie letztlich in die elterliche Abhängigkeit zurückkehren. Sie stirbt mit 23 Jahren.
Angelika Hoerle hat nur einen kurzen Auftritt in der Kunstgeschichte. In ihren Bildern offenbart sich alles, was ihr weh getan hat: der Krieg, die Verwundung des Bruders, die Zerstörung der Kultur und der Freiheit. Ute Bales beschreibt ein wichtiges Stück deutscher Geschichte. »Die Welt zerschlagen« ist ein gleichermaßen tragischer und dramatischer Roman über eine willensstarke junge Frau, der die Zeit nicht reichte, und eine Gruppe Künstler, die daran glaubte, dass ihre Ideen und Aktionen die Welt verändern würden.

 

Ute Bales
»Die Welt zerschlagen«
Hardcover, Schutzumschlag
ISBN 978-3-89801-080-1
280 Seiten
19,80 Euro

 

 


 

 

 

VK BMF2014U00A9Arne Houben 151 

 

Am 09. Oktober 2014 wurde auf der Frankfurter Buchmesse der neue Roman von Ute Bales vorgestellt. 

 

„Großes Ey“ - die Lebensgeschichte der Johanna Ey

 

Pünktlich zum 150. Geburtstag der Düsseldorfer Galeristin Johanna Ey legt der Rhein-Mosel-Verlag einen Roman der Autorin Ute Bales vor, der das Leben und Wirken der legendären Kunstförderin erzählt. Der Roman beginnt im Jahr 1907. Johanna Ey eröffnet eine Kaffeestube in der Nähe der Düsseldorfer Kunstakademie. Weil bei ihr Kaffee und Brötchen billig sind, wird der Laden bald zum Treffpunkt der Akademiestudenten. Johanna, selbst ein entbehrungsreiches Leben gewöhnt, fühlt sich den mittellosen Künstlern verbunden. Wer kein Geld hat, darf anschreiben lassen, gelegentlich auch mit Bildern bezahlen. Hinter der Brötchentheke beginnt eine Kunstsammlung zu wachsen.

Während des Ersten Weltkriegs fängt Johanna einen Bilderhandel an. Als ihr die vom Krieg traumatisierten Künstler Bilder mit grellen Farben, schrägen Perspektiven und grotesken Formen vorlegen, hat sie den Mut, diese völlig anders gearteten Werke auszustellen. Die Kunsträume werden zum Kampfort hitziger Wortgefechte, zum Forum gegen den etablierten Kunstbetrieb. Mehrfach steht Johanna deshalb am Rand der Existenz.

In den 30er Jahren wird die Lage nicht besser. Ohnmächtig muss sie zusehen, wie die Nazis ihre Bilder als entartet diffamieren, die Künstler verfolgen, demütigen und ermorden.

Ute Bales zeichnet Johanna Ey als Frau mit Leidenschaft, gesundem Instinkt und einer resoluten Art, der, wie Böll 1960 schrieb, ein Schicksal auferlegt war, dass im härtesten und eigentlichen Sinne ein modernes war: alleinstehend, alleinerziehend verantwortlich für vier Kinder, geschieden - all das in den ersten Jahrzehnten des vergangenen Jahrhunderts.

Schon zu Beginn des Romans, als einfache Bäckerin, ist Johanna eine auffallende Figur. Später, als Förderin und Kämpferin für die junge Kunst, findet sie ihre eigentliche Lebensrolle. Emanzipiert und Zigaretten rauchend tritt sie dominant und energisch auf, zugleich auch fürsorglich, sieht genau hin bei dem, was um sie vorgeht, setzt sich unbeirrt für ihre Künstler ein, findet über sie den Zugang zur Kunst, wird zur Freundin, Vertrauten und Händlerin und rückt mit nie dagewesen Bildern ins Zentrum der rheinischen Künstler-Avantgarde.

Neben der Protagonistin sind es vor allem auch die verschiedenen Künstlerleben, die Schicksale der einzelner Figuren, die – akribisch recherchiert – den Roman gehaltvoll machen und die Bales bis zur letzten Konsequenz erzählt.

„Großes Ey“ beschreibt ein Stück Geschichte aus Sicht der Künstler, der Verfolgten, aus der Sicht deren, die man, so der Maler Otto Pankok, „geknebelt, versklavt und zermürbt hat, die man zur Verzweiflung getrieben und denen man jeden Funken aus dem Schädel geknallt hat …“

Ute Bales

„Großes Ey“, Die Lebensgeschichte der Johanna Ey; Roman

Hardcover, Schutzumschlag

432 Seiten

ISBN: 978-3-89801-072-6

22,80 €

 


 


Am 07. August 2012 ist der neue große Roman »Unter dem großen Himmel« im Rhein-Mosel-Verlag erschienen.

Mit einer sehr beeindruckenden Lesung vor circa 350 Gästen am 10. August im Forum Daun hat Frau Bales das neue Buch vorgestellt! Der Besucherandrang und das große Interesse an ihrem Buch überwältigte nicht nur die Autorin, sondern auch den Veranstalter, die Volksbank RheinAhrEifel, und die Buchhandlung Werner.

Die ersten einhundert Käufer ihres neuen Buches erhielten eine Textrolle, in der Ute Bales das fiktive Gespräch zweier Bauern aus Schalkenmehren über den Maler im Dorf, im Jahre 1916, handschriftlich verfasst hat.


Textrolle lesen

 


Bales2

 

 

Bales3