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"Peter Zirbes" im Schloss


In der musikalisch-literarischen Matinee "Literatur im Schloss" der Volkshochschule des Eifelkreises Bitburg-Prüm und der Schloss-Weilerbach-Gesellschaft im Schloss Weilerbach bei Bollendorf stellte die Autorin Ute Bales ihren dritten Eifel-Roman vor. Er befasst sich mit dem Eifeldichter Peter Zirbes.

Bollendorf. (red) Das neu erschienene Werk "Peter Zirbes" handelt vom Lebensweg und den Zeitumständen des Eifeldichters Peter Zirbes. Für die musikalische Umrahmung sorgte das Klarinettenduo der Kreismusikschule, Katrin Hagen und Daniel Heuschen.
 
Auferstanden ist Peter Zirbes, seit im März der Roman "Peter Zirbes" von Ute Bales erschien. Die Autorin, die in dem Eifeldorf Borler geboren wurde und in Gerolstein aufgewachsen ist, lebt in ihrer Wahlheimat Freiburg i.B. Nach den Eifel-Romanen "Der Boden dunkel" und "Kamillenblumen" widmete sie sich Peter Zirbes, dem fahrenden Händler und Dichter, der von 1825 bis 1901 in Niederkail gelebt hat.
 
Zeitlebens hat es ihm an wirklicher Wertschätzung in seinem Heimatort gefehlt. "Schlappes und Träumer" wurde er genannt. In einer dörflichen Gesellschaft, in der die Menschen täglich um die Sicherung einer ohnehin kargen Existenz kämpfen mussten, erschienen Gedichte nutzlos. Auf dem Hausier musste Peter Zirbes genauso wie seine Eltern und die Dorfbewohner während des Sommers als fahrender Händler mit dem Verkauf von Porzellan und Steingut seinen Lebensunterhalt verdienen. Er, der von seinem Förderer, dem Superintendenten Friedrich Wilhelm Oertel, als Naturtalent erkannt und " der erste Eifeldichter" genannt wurde, litt als Kind selbst unter einer verzögerten Sprachentwicklung. In der Winterschule weckte der fortschrittliche Lehrer Follmann mit einem Gedicht Eichendorffs seine Liebe für das Dichten. Sein erstes Gedicht für Loni war der Beginn des Gespötts. Später lachten ihn die Dorfbauern als Jeck aus: Trotz einer Zuwendung des Königs von 150 Talern für seinen Gedichtband schaffte er es zeitlebens nicht, sich mit seinen Werken eine Lebensgrundlage zu sichern.
 
In eindringlichen Bildern der gescheiterten Auswandererfamilie, dem Lenzen Jupp oder dem Rudel der hungernden Kinder in Morbach zeichnet Bales ein Bild von Armut und Hunger im 19. Jahrhundert. Dass Armut mit Bildungarmut einhergeht, thematisiert die Autorin, wenn der Lehrer Kläs erklärt, warum es in der Eifel so viele hungrige Mäuler gibt: "Das kommt daher, weil sie nix gelernt haben." In den Notlagern erfährt Peter, wie alle Hoffnungen auf politische Veränderungen zerschlagen.
 
Mit begeistertem Applaus honorierten die Zuhörer die Lesung mit Ute Bales, die von der pädagogischen Leiterin der Kreisvolkshochschule als Clara Viebig des 21. Jahrhunderts gewürdigt wurde.


Trierischer Volksfreund vom 6.05.2011