UteBales b

Neuer Roman im Rhein-Mosel-Verlag

 

Immer wieder wurde über ihn geschrieben, an ihn erinnert.

Er fand im Deutschen Literaturlexikon Erwähnung, ebenso in der Eiflia Illustrata. Zahlreiche Autoren haben sich mit Leben und Werk dieses ersten Eifeldichters befasst, eine Vielzahl von Sekundärliteratur ist erschienen. Jetzt legt der Rhein-Mosel-Verlag einen Roman der Autorin Ute Bales  vor, welcher - anknüpfend an die Traditionen eines Künstlerromans des 19. Jahrhunderts - den ethischen Idealismus herausstellt, der Dichtung und Leben von Peter Zirbes nachhaltig beeinflusste. Ute Bales zeichnet einen kämpferischen Mann, der sich nicht nur gegen religiöse und soziale Konventionen auflehnt, sondern auch ein großes Plädoyer für Humanität und Toleranz hinterlassen hat.
1825 geboren, gehört Peter Zirbes zu einem Stück Eifel, wie es sich nur noch in der fernen Erinnerung darstellt. Aufgewachsen in bitterer Armut, in einem Umfeld in der Kunst und Kultur als nutzlose Zeitverschwendung gesehen wurden, schreibt er Verse und Lieder. Sie sind die Grundlage seines späteren dichterischen Wirkens.
Die Eltern betreiben einen Hausierhandel, sind mit ihren Kindern ganze Sommer unterwegs. Vor diesem Hintergrund bleibt Peter Zirbes ein regelmäßiger Schulbesuch genauso versagt wie eine Ausbildung. Das Dichten bringt er sich selbst bei und so entstehen auf seinen Hausierfahrten - früh schon führt er den Handel seiner Eltern weiter - eine Fülle von Gedichten und Balladen. Auch bearbeitet er Sagen, die lokale Motive und historische Begebenheiten thematisieren und verfasst Gedanken zu den politischen und sozialen Ereignissen des 19. Jahrhunderts.
Seine Sprache spiegelt ein sehr persönliches Schicksal: sehnsüchtig, trauernd, liebend und poetisch zugleich. Neben Gedichten über Jahreszeiten und Landschaften, schreibt Zirbes über die Armut der Menschen und die Abhängigkeit von ihrem Landstrich. Er liest Bücher von Heine, Büchner oder Lenau. Seinem Anderssein wegen sieht er sich früh schon der Häme und dem Spott seiner Umwelt ausgesetzt. Auch seine Liebe zu der Flickschneiderin Loni, die ihm zwar zugetan, aber im eigenen Elend verharrt, bleibt davon nicht unberührt.     
1852 erscheint mit Hilfe des Schriftstellers Wilhelm Oertel aus Sobernheim ein Gedichtband, der in einer Auflage von 800 Stück bereits nach acht Wochen vergriffen ist. Weitere Ausgaben folgen, die sich allerdings nicht mehr verkaufen lassen, stattdessen einen erheblichen Schuldenberg verursachen.
Zwar erhält Zirbes Geldgeschenke vom Preußenkönig Friedrich Wilhelm IV sowie Kaiser Wilhelm II, eine ausgezeichnete Würdigung durch den Schriftsteller Gustav Freytag erreicht ihn 1866; seine Situation jedoch ändert sich dadurch nicht.  
Als er sich in späteren Jahren gegen Diffamierungen und Ungerechtigkeiten in seinem Dorf auflehnt, sind Ausgrenzung und blinder Hass gegen ihn und seine Familie die Folgen. Neid und Hartherzigkeit schlagen um in eine Hetze, die zur Besessenheit wird und schließlich in einer Katastrophe endet.

Als Peter Zirbes 76-jährig, im November 1901 stirbt, ist er immer noch arm, zudem verspottet und verfolgt, verkannt und bemitleidet. Einer, dem der Herdentrieb nie gelegen, der nicht mit den Wölfen geheult hatte und deshalb lebenslange Ausgrenzung ertragen musste; der zwar seine Berufung fühlte, sich aber zeitlebens um die Anerkennung betrogen sah.

Der Roman beleuchtet die sozialen und moralischen Relationen der Künstlerexistenz und stellt Peter Zirbes in ein Spannungsverhältnis zwischen dem Individualanspruch und den Hemmnissen eines intoleranten, tradierten Umfeldes. Ute Bales zeigt ihn kämpferisch und elend zugleich: leidend am schwierigen Verhältnis zu seiner sozialen Wirklichkeit, verzweifelnd am Widerspruch zwischen Ideal und Wirklichkeit. Zirbes als Mann, der den aufklärerischen Ideen von Freiheit und Gleichheit zusprach und seiner Zeit weit voraus war; zu dessen Selbstverständnis das Sich-Vergewissern der eigenen Geschichte gehörte.

Selbst im Zustand der Isolation und Einsamkeit hoffte er auf Anerkennung seines Lebenswerkes:
„Auch wenn sie sich das Maul über ihn zerrissen, ihn der Sünde, ja sogar des Ehebruchs bezichtigten, er in ihren Augen hundertmal ein Gefallener, ein Abtrünniger war, er ginge seinen Weg zu Ende. Und dann würde die Zeit alles fortschwemmen, selbst tiefe Überzeugungen umordnen und irgendwann würden Menschen mit ganz anderen Gedanken hier leben.“  


Die Autorin:
Ute Bales, 1961 in Borler/ Eifel geboren und in Gerolstein/ Eifel aufgewachsen. Studierte Germanistik, Politikwissenschaft und Kunst in Giessen und Freiburg/Breisgau, wo sie als Dozentin an einer privaten Wirtschaftsakademie arbeitet.
Buchveröffentlichungen: „Der Boden dunkel“, Roman, Nierstein und Weißenseifen, 2006, „Kamillenblumen", Roman, Rhein-Mosel-Verlag, 2008.

„Peter Zirbes“ von Ute Bales - www.peter-zirbes.de
ISBN-13: 978-3-89801-048-1
Gebunden, Einband: Festeinband mit Schutzumschlag, Seitenzahl: 456, Preis: 22,80 €


Rhein-Mosel-Verlag, Brandenburg 17, 56856 Zell/Mosel, Tel. 06542-5151, Fax 0654-61158